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das Maidelein
Weise und Text dieses Volkslieds sind aus dem 16. Jahrhundert. "Brauns Maidelein" bezieht sich auf die Haarfarbe der jungen Frau.

das Maidelein

Mir ist ein feins brauns Maidelein,
Gefall'n in meinen Sinn,
Wollt Gott, ich sollt heut bei ihr sein,
Mein Trauern führ dahin!
Kein Tag und Nacht hab' ich kein Ruh',
Das schafft ihr schön Gestalt,
Ich weiß nit was ich fürder tu,
Mein Feinslieb macht mich alt.

Dem Maidelein ich gern dienen wollt,
Wenn ich 's mit Fugen könnt,
Drum hab' ich der Neider viel,
Weil 's mir nit wird vergönnt.
Ich hoff', sie soll 's erfahren bald,
Wie ich 's so treulich mein';
Auf Erd ich mir nichts wünschen wollt',
Denn bei ihr sein allein.

Denn was die falschen Zungen tun,
Ist jetztund an dem Tag.
Ach, du mein feines Maidelein,
Hör zu, was ich dir sag.
Halt dich mir stets in Ehr'n allein,
Wie ich dich herzlich mein,
So b'hältst du Gunst mit dieser Kunst,
Das glaub mir, Maidlein rein.

Damit will ich dem Maidelein
Gesungen haben frei
Zu guter Nacht ein Liedelein,
Alls Gut's wünsch ich dabei;
Damit daß sie gedenk an mich,
Wenn ich nit bei ihr bin.
So b'hüt dich Gott im Himmelreich:
Ade! Ich fahr dahin!
Boden