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hinter der Holerstaudn
hinter der Holerstaudn
Das ist ein Schnaderhüpferl. Diese Melodie ist ausgesprochen typisch für alpenländische Volksmusik:
1. die Tonalität ist Dur
2. der Takt ist ungerade (dreiviertel)
3. die Intervalle sind harmonisch (sie verlaufen auf den akkordeigenen Tönen)
4. es gibt die rhythmische Folge punktierte Viertel - Achtel - Viertel, wechselweise am Anfang (der Takt wird abgeschlossen) und in der Mitte des Takts (Auftkat zum folgenden Takt).
Da diese metrorhythmische Figur wechselweise auf einem betonten (1) und einem unbetonten (2) Taktteil beginnt, erzeugt sie einen gewissen Widerspruch zum Akzentstufentakt. Letzterer ist um 1600 durch Tanzeinfluß entstanden. Ist die bayerische Metrorhythmik älter als der Akzentstufentakt, oder haben die Bayern kein Taktgefühl?
Und was hat es nun eigentlich mit dem Akzentstufentakt auf sich? Da stellen sich die Damen und Herren blauen Blutes beim Tanzen der Allemande zu dämlich an und brauchen einen Tusch am Anfang der Schrittfolge, um sich richtig orientieren zu können, und deshalb lernen wir heute die Musik alle nach diesem System.

hinter der Holerstaudn

Drihollaro, hinter der Holerstaudn,
Drihollaro, hockn zwoa Füchs,
Drihollaro, d'r oane hat an langen Schwanz,
Dridio, dridio, d'r andre hat nix.

Drihollarodl-dirihollarro,
Drihollarodl-dirihollarro,
Drihollarodl-dirihollarro,
Drihollarodl-dio.

Drihollaro, hinter der Himmelstür,
Drihollaro, hängt a alts Ochsengschirr,
Drihollaro, spann ma zwoa Jungfraun ein,
Dridio, dridio, gfuhrwerkt muaß sein.

Drihollaro, der Vater hat 's Haus verkauft,
Drihollaro, und die Küah a,
Drihollaro, iatz gehts übern Goaßbock her,
Dridio, dridio, halleluja!

Drihollaro, mei Schatz isch von Pinzgau drent,
Drihollaro, i von Tirol,
Drihollaro, und da sein ma zwoa Kropfate,
Dridio, dridio, des gfreut mi wohl.

Drihollaro, und 's Liadl isch gsungen,
Drihollaro, und 's Liadl isch aus,
Drihollaro, und die Kreuzer sein gsprungen,
Dridio, dridio, und iatz giahn ma z' Haus.
Boden