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an Schlosser hot an G'sellen g'hot
Der Text zu dieser Volksweise ist von dem fränkischen Mundartdichter Johann Conrad Grübel (03.06.1736 - 08.03.1809).

an Schlosser hot an G'sellen g'hot

An Schlosser hot an G'sellen g'hot, der hot gar langsam gfeilt;
Doch wenn 's zum Fresse gange ischt, do hot er grausam g'eilt.
Der Erschte in der Schüssel drin, der Letschte wieder draus,
|: Do ischt ka Mensch so fleißig gwest wie er im ganzen Haus. :|

"G'sell", hot emal der Meister g'sogt, "hör, dös begreif i net!
Es ischt doch all mei Lebtag g'west, solang i denk, die Red:
So wie ma frißt, so schafft mer au. Bei dir ischt 's net a so:
|: So langsam hot no kaner g'feilt und g'fresse so wie du!" :|

"Ho", sogt der G'sell, "dös b'greif i scho, 's hot alls sei gute Grund:
Es Fresse währt gar net lang und d' Arbeit vierzehn Stund.
Wenn aner sollt den ganzen Tag in ein Stück fresse fort,
|: 's wird au gar bald so langsam geh als wie beim Feile dort!" :|
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