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ach, wie flüchtig
Der evangelische Kirchenlieddichter Michael Franck (16.03.1609 - 24.09.1667) war ein Kind des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648). Solche depressiven Texte waren zu dieser Zeit besonders angesagt.

ach, wie flüchtig

Ach, wie flüchtig, ach, wie nichtig
Ist der Menschen Leben!
Wie ein Nebel bald entstehet
Und bald wiederum vergehet,
So ist unser Leben, sehet!

Ach, wie flüchtig, ach, wie nichtig
Sind der Menschen Tage!
Wie ein Strom beginnt zu rinnen
Und mit Laufen nicht hält inne,
So fährt unsre Zeit von hinnen.

Ach, wie flüchtig, ach, wie nichtig
Sind der Menschen Schätze!
Es kann Glut und Flut entstehen,
Dadurch, eh wir 's uns versehen,
Alles muss zu Trümmern gehen.

Ach, wie flüchtig, ach, wie nichtig
Ist der Menschen Prangen!
Der in Purpur hoch vermessen
Ist als wie ein Gott gesessen,
Dessen wir im Tod vergessen.

Ach, wie flüchtig, ach, wie nichtig
Sind der Menschen Sachen!
Alles, alles, was wir sehen,
Das muss fallen und vergehen.
Wer Gott fürcht', wird ewig stehen.
Boden