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in stiller Nacht
Der Text stammt aus dem Liederzyklus "Trutznachtigall" von Friedrich Spee (25.02.1591 - 07.08.1635). Bemerkenswert ist dessen Schrift "cautio criminalis" als Kritik an der Folter bei den Hexenprozessen.

in stiller Nacht

In stiller Nacht, zur ersten Wacht,
Ein Stimm beginnt zu klagen,
Der nächtge Wind hat leis und lind
Zu mir den Klang getragen:
Von herbem Leid und Traurigkeit
Ist mir das Herz zerflossen,
Die Blümelien mit Tränen mein
Hab ich sie all begossen.

Der schöne Mon will untergehn,
Für Leid nicht mehr mag scheinen;
Die Sterne lan ihr Glitzern stahn,
Mit mir sie wollen weinen.
Kein Vogelsang noch Freudigkeit
Man höret in den Lüften,
Die wilden Tier' trau'rn auch mit mir
In Steinen und in Klüften.
Boden