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der Lindenbaum
Ludwig Erk und Friedrich Silcher haben aus dem Schubert-Lied ein Volkslied gemacht. Der Text ist von Wilhelm Müller. Das ist der mit der schönen Müllerin.

der Lindenbaum

Am Brunnen vor dem Tore,
Da steht ein Lindenbaum;
Ich träumt in seinem Schatten
So manchen süßen Traum.
Ich schnitt in seine Rinde
So manches liebe Wort;
Es zog in Freud und Leide
Zu ihm mich immer fort,
Zu ihm mich immer fort.

Ich muß auch heute wandern
Vorbei in tiefer Nacht,
Da hab ich noch im Dunkel
Die Augen zugemacht;
Und seine Zweige rauschten,
Als riefen sie mir zu:
"Komm her zu mir, Geselle,
Hier findest du deine Ruh!"

Die kalten Winde bliesen
Mir grad ins Angesicht,
Der Hut flog mir vom Kopfe,
Ich wendete mich nicht.
Nun bin ich manche Stunde
Entfernt von jenem Ort,
Und immer hör ich 's rauschen:
Du fändest Ruhe dort.
Boden