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es dunkelt schon in der Heide
Dieses deutsche Volkslied, dessen Ursprung bis in das 16. Jahrhundert reicht, gibt es in verschiedenen Text- und Melodievarianten. Es steckt voller Symbole, deren Bedeutung heute nicht mehr eindeutig nachvollziehbar sind. "Das Korn schneiden" könnte z.B. für die Erfüllung der Liebe stehen. Man lese dazu von Werner Danckert das Buch "Symbol, Metapher, Allegorie im Lied der Völker", Bonn. Man betrachte auch hier die Lieder ich hört' ein Sichlein rauschen (335) sowie hör ich ein Sichlein rauschen (207).

es dunkelt schon in der Heide

Es dunkelt schon in der Heide,
Nach Hause laßt uns gehn.
|: Wir haben das Korn geschnitten
Mit unserem blanken Schwert. :|

Ich hörte die Sichel rauschen,
Wohl rauschen durch das Korn.
|: Ich hörte mein Feinslieb klagen,
Sie hätt' ihr Lieb verloren. :|

Hast du dein Lieb verloren,
So hab ich noch das mein.
|: So wollen wir beide mit'nander
Uns winden ein Kränzelein. :|

Ein Kränzelein von Rosen,
Ein Sträußelein von Klee.
|: Zu Frankfurt auf der Brücke,
Da liegt ein tiefer Schnee. :|

Der Schnee, der ist zerschmolzen,
Das Wasser läuft dahin.
|: Kommst du mir aus den Augen,
Kommst mir nicht aus dem Sinn. :|

In meines Vaters Garten,
Da stehn zwei Bäumelein.
|: Das eine trägt Muskaten,
Das andre Braunnägelein. :|

Muskaten, die sind süße,
Braunnägelein sind schön.
|: Wir beide, wir müssen uns scheiden,
Ja Scheiden, das tut weh. :|
Boden